CBD: Ziele und Umsetzung

Ziele  der GTI

Die Globale Taxonomie-Initiative verfolgt die folgenden Ziele auf nationaler, regionaler und globaler Ebene:

1) Einschätzung der notwendigen taxonomischen Ressourcen und Kapazitäten für das Erreichen der CBD-Ziele sowie für Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit

2) Biologische Sammlungsexemplare als Grundlage für taxonomisches Wissen: Verbesserung und Ausbau von Personal-Ressourcen, Systeme und Infrastrukturen sowie Beitrag zur effektiven Beschaffung, Aufbereitung und Kuratierung von biologischen Sammlungsexemplaren leisten

3) Verbesserung des Zugangs zu taxonomischen Daten: Entwicklung eines koordinierten Informationssystems mit vorrangigem Zugriff auf landeseigene Biodiversitätsinformationen für Ursprungsländer

4) Unterstützung der großen thematischen Arbeitsbereiche der CBD  (z.B. Biodiversität des Waldes, Marine Biodiversität und Diversität von Küstenlandschaften, Biodiversität von Trocken- und Sub-humiden Gebieten, Binnengewässern, usw.)

5) Unterstützung der Querschnittsthemen der CBD (z.B. Access and benefit-scharing, Invasive Arten, Schutzgebiete, usw.)

Bisherige Umsetzung in Deutschland

Die bisherige nationale Umsetzung des Arbeitsprogramms der GTI wird im vierten Länderbericht beschrieben.
Zum einen wurde die „Initiative Taxonomie – Stiftungsprofessuren für Deutschland“ gegründet, die von der Deutschen Kontaktstelle und dem Verband Deutscher Biologen (VBIOL) ausging. Außerdem haben sich die Forschungsmuseen und Botanischen Gärten 2007 zu einem Konsortium mit dem Namen „Deutsche Naturwissenschaftliche Forschungssammlungen“ (DNFS) zusammengeschlossen, um die bestehende Forschungsinfrastruktur und die Kooperation zwischen Mitgliedsinstitutionen zu verbessern und Synergien zu erarbeiten. Der DNFS sieht sich als Ansprechpartner für nationale sowie internationale, wissenschaftliche, gesellschaftliche und politische Institutionen und relevante Prozesse.

Die deutsche Regierung unterstützt  die Biodiversitätsforschung vor allem über die Initiativen der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Unter den Begriff der Biodiversitätsforschung fallen sowohl rein taxonomische als auch andere Forschungsvorhaben, die indirekt die Taxonomie mit einschließen. Beispiele hierfür sind das noch laufende Projekt GBIF-Deutschland und das bereits beendete BIOLOG-Projekt (BIOTA) .

Ein Biodiversitätszentrum für Deutschland

Im April 2012 fiel die Entscheidung einer DFG-Ausschreibung für ein „Kompetenzzentrum Biodiversität“ auf die gemeinsame Bewerbung der drei Universitäten Leipzig, Jena und Halle-Wittenberg. Das  Deutsche Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig wird zunächst vier Jahre lang gefördert und erhält in dieser Zeit rund 33 Millionen Euro. Auch das Bundesprogramm „Biologische Vielfalt“, das in der Verantwortung des Bundesamts für Naturschutz liegt, reiht sich thematisch hier ein.

Darüber hinaus haben sich innerhalb des Teilbereiches Botanik umfangreiche Netzwerke für Pflanzenschutzaktivitäten etabliert. Dies fand zum Teil im Rahmen einer weiteren an die CBD geknüpften Initiative, der „Global Strategy for Plant Conservation“ (GSPC), statt. So wurde Ende 2005 das „Netzwerk Botanischer Naturschutz“ und die „Gesellschaft zur Erforschung der Flora Deutschlands“ (GEFD) gegründet. Auf deutscher Seite daran beteiligt sind zum Beispiel die Gruppen Phytodiversität Deutschlands e.V., Diversitas Deutschland, GBIF-Deutschland und der GTI focal point.

Im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) unter Mithilfe von über 50 Naturschutzexperten aus Fachbehörden des Bundes und der Länder, Universitäten und Naturschutzorganisationen wurde die Relevanz der GSPC-Ziele für Deutschland, ihr Umsetzungsstand und der weitere Handlungsbedarf bewertet. Das Netzwerk Botanischer Naturschutz kam zu dem Schluss, dass der Schlüssel zur Umsetzung der GSPC Ziele in Deutschland in der Vernetzung und dem Austausch zwischen den Akteuren aus der Forschung, den Behörden und dem Verbandnaturschutz liegt.

Über den Tellerrand: mit Blick auf Europa

Auf europäischer Ebene ist das abgeschlossene Projekt EDIT (European Distributed Institute of Taxonomy) von Relevanz, da es die verstärkte Vernetzung von Taxonomen und eine Verbesserung des Informationsaustausches zum Hauptziel hatte. Die deutschen EDIT-Partner-Institutionen waren maßgeblich an der Etablierung und Implementierung der ATBI-Sites (All Taxa Biodiversity Inventory) beteiligt. Das europäische Projekt SYNTHESYS hat den Austausch von taxonomisch Forschenden zwischen den verschiedenen Einrichtungen unterstützt und damit auch zu einer Standardisierung und Professionalisierung taxonomischer Methoden und dem Sammlungsmanagement beigetragen.

Ebenfalls relevant ist die Group on Earth Observations Biodiversity Observation Network (GEO BON), welche dazu dienen soll Veränderungen von Biodiversität auf unterschiedlichen Skalen zu erfassen und zu analysieren, u.a. im Hinblick auf den Einfluss von Klima- und Landnutzungswandel. Dazu sollen digitale Biodiversitätsdaten (z.B. GBIF) mit Daten aus der Fernerkundung verknüpft werden. Im Dezember 2012 startete der „European Biodiversity Observation Network“ (EU BON) mit einer Förderdauer von viereinhalb Jahren als europäischer Beitrag zur globalen Informationsinfrastruktur für Biodiversitätsdaten. Passend dazu wird im Rahmen des europäischen Forschungsinfrastrukturfonds ESFRI das Netzwerk LifeWatch gefördert, bei dem ein gemeinsames Datenportal für unterschiedliche Biodiversitätsdaten entwickelt werden soll.

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